Stadtentwicklung – Ein Quartier macht sich schick

Mitten im Herzen der Stadt macht sich ein Stück Geschichte auf, zu einer neuen Flaniermeile zu werden und das sogar schon in diesem Jahr.

Die letzten Bauzäune verschwinden langsam und die restaurierten Fassaden, zwischen Neuen Wall und Stadthausbrücke, versprechen einiges.
Das Quartier, welches sich Stadthöfe nennt, umfasst einen Fläche von knapp 100.000 Quadratmeter. Geplant sind Flächen für den gehobenen Einzelhandel, Restaurants, Cafés, einen Club, natürlich Büros, 90 exklusive Wohnungen und ein Boutique-Hotel.

Die Sanierung des gesamten Gebäudekomplexes begann 2013, nachdem die Stadtentwicklungsbehörde nach Wilhelmsburg gezogen war.
Die imposanten Fassaden des Stadthauses und des Görtz Palais, sowie die Treppenhäuser und alten Wandgemälde wurden komplett erhalten, der Rest wurde neu gebaut.
Das Stadthaus, am Eingang zum Neuen Wall, mit seiner charakteristischen kupfernen Kuppel, ist jetzt schon ein Hingucker. Das Gebäude entstand 1912 und beherbergte die Baudeputation, das Grundbuchamt und die Polizeibehörde.

Das Görtz Palais wurde 1711 errichtet und besticht durch seine Barock-Fassade. Es diente von 1722 bis 1806 als Residenz der kaiserlichen Gesandten. Auch das Palais wurde, wie das Stadthaus, um 1814 ein Verwaltungsgebäude. Ab 1933 war es das Gestapo-Hauptquartier und beherbergte auch deren „Folterkeller“. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, achteten die Stadtoberen darauf, dass die Fassade, die in Teilen erhalten blieb, rekonstruiert wurde. Das restliche Gebäude entstand hingegen neu und wird nun, nach langen Gesprächen mit der Stadt und dem Denkmalschutz, abgerissen. Der Neubau dieses Komplexes soll 2019 fertig sein.

Was wird uns nun erwarten? Vom zukünftigen Palaishof hinter dem Görtz Palais, läuft man zukünftig durch eine zur Wasserseite offenen Einkaufspassage (Bleichenbrücke), und kommt so in den anliegenden Stadthof. Durch historische Passagen und Gänge gelangt man von dort zu den anderen Höfen – Treppenhof, Fleethof und Bleichenhof. Somit sind dann sechs Häuser und fünf Höfe miteinander verbunden. Dieses neue Areal lädt dann nicht nur zum shoppen und flanieren ein, sondern bietet auch neue Gastronomie-Konzepte.

Im Zuge dessen wird die Stadthausbrücke zu einer zweispurigen Straße umgebaut. Die Fußwege werden verbreitert und eine begrünte Allee soll entstehen und die ehemalige Bleichenhof-Passage wird zurückgebaut.

Hamburg erhält so ein Stück begehbare Geschichte und wertet damit ein ganzes Quartier auf und verbindet den Neuen Wall mit den Großen Bleichen.