Interview mit Peter Tamm: Hamburgs maritimes Herz

Kein anderes Museum präsentiert die gesamte Geschichte der Seefahrt in ihren unterschiedlichen Aspekten so herausragend wie das Internationale Maritime Museum Hamburg (IMMH) in der HafenCity. Es ist Hamburgs maritimes Herz. Tausende Miniaturmodelle, Gemälde, Grafiken, Aquarelle und viele andere Exponate sind hier zu bewundern. Wir, vom Hamburg Führer, sind mit Peter Tamm, Sohn des Museumsgründers Prof. Peter Tamm, auf exklusive Stadtrundfahrt mit historischem Gefährt gegangen, um über
unsere Stadt, die Familie Tamm und auch über das Museum in gemütlicher Atmosphäre zu klönen.
Hamburg Führer: Herr Tamm, wie haben Sie die Sammelleidenschaft Ihres Vaters als Kind erlebt?
Peter Tamm: Die Leidenschaft meines Vaters zum Sammeln war zu Hause allgegenwärtig. In jedem Zimmer fanden die unterschiedlichsten Exponate ihr Plätzchen. So kamen wir als Kinder schon recht früh mit dem Thema Seefahrtsgeschichte in Berührung. Es war Teil unseres täglichen Lebens.
Hamburg Führer: Gab es hinter der Sammelleidenschaft Ihres Vaters eine bestimmte Motivation oder war es die reine Leidenschaft des Sammelns?
Peter Tamm: Mein Vater war ein
passionierter Sammler einerseits, der einfach gerne Dinge sammelte, anderseits sammelte er nicht ausschließlich für sich. Es war Zeit seines Lebens sein Anliegen, die (Seefahrts-)Geschichte für alle zu bewahren und zu dokumentieren. Es war seine innerste Überzeugung, dass nur wenn man die Geschichte kennt, man die Gegenwart und die Zukunft verstehen kann.
Hamburg Führer:Wie steht es mit der Sammelleidenschaft und Ihnen? Sind auch Sie von ihr ergriffen?
Peter Tamm: Auch ich bin ein
leidenschaftlicher Sammler. Ich begeistere mich vor allem für die Marinemalerei und sammle Bücher. Auch die Knochenschiffe im IMMH finde ich besonders faszinierend. 
Hamburg Führer: Haben Sie Lieblingsexponate?
Peter Tamm:  Mein Lieblingsobjekt ist die „Tamm 1“. Das ist das kleine Schiffsmodell, das mein Vater von seiner Mutter geschenkt bekam, und mit dem alles begann. Damit wurde sozusagen der Grundstein für die Sammelleidenschaft meines Vaters und so im Prinzip auch für die Entstehung des IMMH gelegt.
Peter Tamm vom internationalem Maritimen Museum am ”Steuerruder” des historschen Fahrzeuges der „Roten Doppeldecker”
Peter Tamm vom internationalem Maritimen Museum am ”Steuerruder” des historschen Fahrzeuges der „Roten Doppeldecker”

 

Hamburg Führer: Wie der Name des IMMH bereits verrät, ist „International“ wesentlicher Bestandteil des Museumsnamens. Gibt es Kooperationen mit anderen, evtl. ausländischen Museen? 
Peter Tamm: Wir arbeiten einerseits viel mit Hamburger Museen zusammen, anderseits gibt und gab es auch Kooperationen mit anderen maritimen Museen aus dem Ausland. Die Sonderausstellung EAST MEETS WEST – Maritime Seidenstraße im 13. bis 17. Jahrhundert – mit dem Guangdong Museum ist ein Beispiel einer solchen Kooperation. 
Hamburg Führer: Wie haben sich die Besucherzahlen in den letzten Jahren entwickelt? Woher stammen die
meisten Besucher?
Peter Tamm: Äußerst erfreulich. Nach den stets steigenden Besucherzahlen der letzten Jahre liegt unsere Erwartung für 2018, dass circa die 150.000 Besucher-Marke erreicht wird. Dreiviertel aller Besucher sind Umfragen zufolge Touristen von außerhalb, die meisten stammen aus Österreich, der Schweiz, Skandinavien, England und Asien.
Hamburg Führer: Gibt es für die Zukunft bereits Konzepte oder Maßnahmen, um besonders junge Besucher zu begeistern?
Peter Tamm: Die Zahl an jungen Besuchern, aber auch an Schulklassen hat stark zugenommen. Das hat u.a. etwas mit unserem Angebot zu tun, das sich mittlerweile auch stark an den Bedürfnissen jüngerer Besucher orientiert.

Hamburg Führer: Vielen Dank für das Interview.

Die Cap San Diego als Werftmodell, liegt hier auch vor Anker