Hamburg entdecken – Auf die Räder, fertig, los!

Die Sonne lässt sich wieder öfter in Hamburg blicken und die Luft hat sich nach den kalten Tagen im April endlich erwärmt. Perfektes Wetter für eine Tour mit dem guten alten Fahrrad! In fast jedem Winkel unserer schönen Stadt warten kleine und große Sehenswürdigkeiten nur darauf entdeckt zu werden. Und auch wenn es schwer fällt, sich bei so vielen Angeboten für eine Route zu entscheiden: Eine Fahrradtour entlang der Elbe ist immer einen Pedaltritt wert.

Der Startschuss fällt an den Landungsbrücken. Schnell nochmal die Reifen geprüft, die Trinkflasche griffbereit am Rad befestigt, Helm auf den Kopf geschnallt und ab geht’s auf die Hafenstraße Richtung Fischmarkt. Hier kommen alle Frühaufsteher auf ihre Kosten. Im Sommer können sonntags von 5 bis 9.30 Uhr bei Live-Musik in der Markthalle nicht nur Fisch, sondern auch frisches Obst, exotische Blumen und Souvenirs mitgenommen werden. 

Gleich hinter dem Fischmarkt warten auf unserer Tour der Altonaer Fährterminal und das Dockland auf einen kurzen Besuch. Mit ein bisschen Glück lässt sich ein Blick auf einen der majestätischen Ozeanriesen erhaschen, die das Tor zur Welt immer wieder gern anfahren. Wer es sportlicher mag, steigt vom Rad ab und erklimmt die vielen Stufen vom Dockland. Gerade zum Ende hin kann das mit der Kondition zwar so seine Tücken haben, doch wer oben angekommen ist, wird mit einem tollen Blick über den Hafen belohnt.

Övelgönne
Nun aber weiter nach Blankenese. Immer an der Elbe entlang geht es über die große Elb- zur Kaiserstraße. Vorbei am Heine- und Donner-Park und dem Rosengarten sollten Kulturliebhaber einen Stopp am Museumshafen Övelgönne einlegen. Hier liegen Museums- und Traditionsschiffe, die aus vielen kleinen Buddelschiffen entflohen scheinen – ein tolles Fotomotiv.
Auf der To-Do-Liste steht aber auch ein Selfie mit dem „alten Schweden“ von Övelgönne. Unser skandinavischer Freund wurde während den Bauarbeiten zur vierten Elbtunnelröhre entdeckt und einige Meter umquartiert, damit die Röhre problemlos fertiggestellt werden konnte. Seinen Namen verdankt er dem südschwedischen Växjö Granit, aus dem er besteht. 

Teufelsbrück
Nach der Fotosession geht es am Elbstrand weiter. Vorbei an Sonnenanbetern und sportlichen Beach-Volleyball-Spielern fährt man direkt zum Fähranleger Teufelsbrück. Natur- und Picknickliebhaber finden hier im angrenzenden Jenisch-Park bestimmt ein grünes Plätzchen, an dem es sich verweilen lässt. Neugierige können auch das Haus des Hamburger Kaufmanns besuchen und bewundern. Der weiße „Palast“ wurde 1834 fertiggestellt und entführt seine Besucher auf eine Reise in die Welt des Klassizismus´ und Biedermeier.
Wer eine größere Pause einlegt und noch mehr Kunst genießen möchte, kann vom Jenisch- zum Ernst-Barlach-Haus nur ein paar Meter weiter radeln. Holzskulpturen, Bronzen, Zeichnungen und Druckgrafiken vom Meister werden hier das ganze Jahr über ausgestellt.

Jetzt sollte es aber weitergehen. Zurück am Fähranleger Teufelsbrück wird die Pedale weiter am Strand entlang geschwungen. Und sobald der idyllische Jollenhafen erreicht ist, ist man sicher in Nienstedten angekommen. Das Jenisch im Jenisch Park begeistert Groß und Klein.

Kleines Finale
Spätestens jetzt sollte geprüft werden, was die Kondition noch hergibt. Wer sich müde fühlt, kann nun rechts den Mühlenberg hinauf fahren und sich die Beine im angrenzenden Hirschpark vertreten. Hier lassen sich nicht nur Hirsche, sondern auch Pfaue und Wasservögel beobachten und bei einem Spaziergang durch die Lindenallee jagen heute wie früher immer noch lachende Kinder um die Bäume herum – da werden Kindheitserinnerungen wach. Der Hirschpark lädt aber nicht nur in die Natur, sondern auch ins Witthüs ein. In der reetgedeckten Teestube warten köstliche Kuchen und guter Kaffee und auch wer etwas „richtiges“ essen möchte, kann hier eine warme Mahlzeit bestellen und beim Essen einen Blick auf den romantisch angelegten Bauerngarten werfen.
Vom Witthüs aus sind es anschließend nur noch wenige Meter zur S-Bahn Station Blankenese. 

Finale
Wer noch fit wie ein Turnschuh ist, sollte zurück zum Jollenhafen und weiter am Strandweg entlang in die Pedale treten. Während auf der Elbe größere und kleine Containerschiffe vorbei fahren und dafür sorgen, dass die Wellen sich an dem naturbelassenen Sandstrand brechen, taucht auf der rechten Seite Hamburgs schönstes Viertel auf: das Treppenviertel. Kleine Häuser, Villen, verwinkelte Straßen und vor allem Treppen und Unmengen an Stufen zeichnen diesen Ort aus. Wer hier die Stufen rauf und runter läuft, kann Durst und Hunger in vielen kleinen Restaurants stillen. Im Fischclub Blankenese kommen Fischköppe auf ihre Kosten und werden beim Essen mit einem herrlichen Elbblick verwöhnt. Das gleiche gilt für das Restaurant Ahrberg. Im Biedermeier-Ambiente genießen Anzugträger wie Strandläufer das rauschen der Wellen und den ein oder anderen Laut von den Schiffen auf der Wasserstraße. Vom Blankeneser Strandweg geht es ins Falkensteiner Ufer über und somit ins große Finale. Aber erst gibt es noch die letzte Ausstiegsmöglichkeit: Die HVV-Linie 48. Wer die letzten Meter zur S-Bahn Blankenese genießen möchte, kann dafür einen der wendigen Kleinbusse vom HVV nutzen und in der sogenannten Bergziege verschnaufen. Für alle anderen heißt es nun „Elb d´Huez“. Über den Falkensteiner Weg geht es den Waseberg hinauf. Die 15%-Steigung machen sich schon bei Autofahrern bemerkbar und beeindrucken auch die Profis bei den Cyclassics jedes Jahr aufs Neue. Doch wer den Waseberg am Ende bezwungen hat, darf sich zu Recht wie ein Held fühlen.
Über die Richard-Dehmel-Straße müssen wir nun nur noch zur Rissener Landstraße, die zum Ziel, dem Blankeneser Bahnhof, führt. 

Kleiner Tipp: Wer noch nicht müde ist, kann anstelle mit der Bahn den Weg zurück auch auf dem Fahrradsattel genießen.