IG St. Pauli und Hafenmeile e.V.

Der Kümmerer von St. Pauli

Auf St. Pauli nennt man ihn Peter, und hier kennt ihn jeder. Peter Kämmerer, seit Jahrzehnten verwurzelt in Hamburg, ist ehrenamtlicher Geschäftsführer der Interessengemeinschaft St. Pauli und Hafenmeile e. V. Ganz im Sinne des Unternehmers Willi Bartels, des „Königs von St. Pauli“, kümmert sich die IG St. Pauli um den Kiez und um die Menschen, die dort leben und arbeiten. Der Mann „spielt“ Feuerwehr, wenn Gefahr im Verzug ist und Politiker sich nicht kümmern oder für das Dorf Reeperbahn nachteilige Beschlüsse fassen. ...


Volle Hütte...

St. Pauli Landungsbrücken

Die St. Pauli Landungsbrücken sind definitiv der in Hamburg am meisten von Touristen besuchte Ort. Man munkelt, die Zahlen könnten bundesweit sogar mit Schloss Neuschwanstein mithalten. Hätten das die Hamburger gewusst – sie hätten sich anders entschieden. Hätten die Hamburger Entscheider des 19. Jahrhunderts geahnt, dass sie mit dem Bau der St. Pauli Landungsbrücken aus diesem schmuddeligen Vorort Europas berühmtestes Amüsierviertel und einen der touristisch beliebtesten Orte der heutigen Bundesrepublik machen würden, hätten sie sich garantiert etwas anderes einfallen lassen.


St. Pauli

Musik - Kultur und Tiefkühlbrötchen

Die Mischung auf St. Pauli und der Reeperbahn ist einzigartig. Die Amüsiermeile hatte eine bewegte Geschichte. Die Reeperbahn ist eine pulsierende Meile auf der sich historsches und modernes, goldenes und rostiges auf wenigen Metern gegenübersteht. Heute lungern an der Reeperbahn 110-114 die unterschiedlichsten Personen herum – meistens auf der Jagd nach Billigalkohol. Andere eilen herein, um ihre Taschen mit Nahrungsmitteln oder ähnlichen Errungenschaften zu füllen. Kaum einer ahnt, dass er sich wirklichen historischen Räumlichkeiten befindet.


Sankt Georg

Mal liederlich, mal glamourös, dabei von den meisten heiß begehrt

Als „buntscheckiges Allerlei“ galt der Stadtteil St. Georg schon im vergangenen Jahrhundert; dieses Charakteristikum als multikultureller Stadtteil hat er bis heute behalten. Auf dem überschaubaren Kiez mit seiner Hauptstraße Lange Reihe leben zwischen Außenalster und Hauptbahnhof Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen, die wesentlich zur Attraktivität beitragen. Das Viertel verdankt seinen Namen dem Lepra-Hospital, das 1194 außerhalb der Stadt gegründet und nach dem heiligen Georg (zunächst Jürgen) benannt worden war. Den Stadtteilpatron trifft man an mehreren Stellen an, zum Beispiel als vergoldete Reiterfigur bei der Apotheke „Zum Ritter“ (Lange Reihe Nr. 39) oder auf der Spitze des 67 Meter hohen Turmes der Dreieinigkeitskirche.


St. Pauli

Musik trägt uns überall hin

St. Pauli ist durchdrungen von Musik - ob „Schallalalalala“ gesungen aus betrunkenen Kehlen oder handgemachter Rock‘N‘Roll, cocktailbegleitender Jazz und Swing bis hin zu tanzlastigen Elektroexperimenten - St. Pauli wäre ohne Musik nicht denkbar. Es gibt Menschen, die neuerdings hierher ziehen, die empfinden das als störend (zumindest wenn sie gerade nicht selber in der Kneipe sitzen), die hätten das hier gern ruhig (zumindest wenn sie gerade Zuhause sind). Es gibt Menschen, die ziehen hierher, ohne sich vorher darüber Gedanken gemacht zu haben, dass St. Pauli eben ein pulsierendes Viertel mit 24 Stunden Musik ist und das auch schon seit sehr langer Zeit.


Reeperbahn

Wer hat den Schlüssel?

365 Tage im Jahr - 24 Stunden. Die Tür ist stets geöffnet. Eine Anekdote sagt, man habe bei der Eröffnung der „Esso - Reeperbahn“ - gefühlt vor über 100 Jahren - den Schlüssel weggeworfen. Zumindest sind seit 1949 die Eingangstür und zum Glück auch die Ausgangstüren nie verschlossen gewesen. Als es vor ca. 2 Jahren mal zu einem Notfall aufgrund eines übergreifenden Stromausfalls kam, mussten die Türen bewacht werden, weil tatsächlich niemand den Schlüssel hatte. Aber: es ist wirklich nur eine Tankstelle! Benzin, eine Autowaschanlage, die auch den heißesten Schlitten (muss ja auch; schließlich sind wir auf St. Pauli) gerecht wird, gehören genauso zum Dienstleistungs-Portfolio wie eine Tiefgarage, die in ihrem Zustand auch gut als Krimi-, Thriller- oder Horror-Kulisse dienen kann.


Ein Stadtteil voller Gegensätze

Sankt Georg zwischen Glanz und Elend

Wie unrecht man einem Stadtteil tun kann, zeigt sich am Beispiel von Hans Albers, bei dessen Namen jeder gleich an St. Pauli denkt und an die Reeperbahn nachts um halb eins... Tatsächlich aber kam der (Toupet-)blonde Mime 1891 in St. Georg zur Welt - eine eher unscheinbare Tafel am Haus Lange Reihe 71 erinnert noch heute daran. Der Stadtteil zwischen dem östlichen Alsterufer, Hauptbahnhof und Berliner Tor hatte immer und hat auch heute noch um seinen Ruf zu kämpfen Deswegen hat St. Georg sein eigenes Stadtteil-Logo mit dem edlen Ritter Georg, seinem Pferd Hotte und dem frechen Drachen Dragomir, der hier in Frieden leben soll. Derzeit sehen die Zeichen eher positiv aus.


Reeperbahn

Vom Reiz des Verbotenen

Die Herbertstraße (ehem. Heinrichstraße) ist eine Straße, die seit Beginn der Bebauung im 19. Jahrhundert zur Prostitution (von heute rund 250 Frauen) genutzt wird. Die Herbertstraße ist berühmt, sehr berühmt, fast so berühmt wie die "Meile". Das wohl kaum, weil Prostitution auf St. Pauli etwas Besonderes ist. Den Ruhm bringen die Tore. Oft stehen ganze Frauengruppen davor und sind enttäuscht, dass ihnen der Zugang verwehrt bleibt. Die Damen reagieren meist mit Unverständnis und Enttäuschung, weil nur „richtige“ Männer hinein dürfen.


Die Geile Meile

Die Kultur ist noch zu retten auf St. Pauli

Streifen wir durch die Gassen St. Paulis, begegnen uns immer mehr Junggesellenabschiede (leicht zu erkennen an den merkwürdigen Verkleidungen, sinnentleerte Parolen und am alkoholisierten Zustand der Beteiligten) und gar - als Neuerung und Ergänzung der primitiveren Amüsierkultur - sogenannte „Bierbikes“. Schlimmster Gag bei diesen Vehikeln, sie haben eine Andrea Berg abspielfähige Musikanlage an Bord. Nachteil bei beiden Erscheinungen: Die Teilnehmer finden sich urkomisch und möchten das allen Passanten dringend mitteilen.


Neustadt und Gängeviertel

Das Wiegenlied der Hammonia

Zwischen Binnenalster, Wallanlagen und Hafen liegt die Neustadt - in der seit 1685 Geschichte gelebt wurde und heute noch Geschichten geschrieben werden. Im Axel-Springer-Verlag am Ort erscheinen allerdings nur noch das tägliche „Abendblatt“ und „Bild Hamburg“, die Chefs von „Welt“ und „Bild“ spielen lieber in Berlin bei der kleinen Machtmusik die zweite Geige. Musikalisch gibt die Neustadt aber von jeher den Ton an: Hier wirkte bis zu seinem Tod 1756 der Barock-Komponist Georg Philip Telemann, hier im Gassengewirr wurde 1833 Johannes Brahms geboren.


Schanzenviertel

...und locker mal das Tanzbein schwingen

 


Schanzenviertel

Ambitioniertes Kulturprogramm im Haus III&70

Partys und Konzerte, Lesungen, Konzerte, Theater- und Tanzaufführungen: Das Haus III&70 bietet ein abwechslungsreiches Programm. „Durch ein Nebeneinander von Alltags-, Sub- und Hochkultur soll ein lebendiger Austausch zwischen den Besuchern der einzelnen Veranstaltungen angeregt werden“, sagt Nicole Schwarzbauer vom Kulturhaus und hofft: „Das führt im Idealfall dazu, dass der klassische Partygänger auch mal über den Tellerrand hinaus-und sich ein Theaterstück ansieht“. Zum Beispiel lädt der TV-„Tatort-Club“ jeden Sonntag ab 20 Uhr zum Mitraten beim Krimi ein. Fußballfans können hier tzusammen Spiele anschauen, am 13. Dezember spielt das Arne Donadell Quartett Jazz vom Feinsten, am 15. Dezember präsentieren sich 10 aufstrebende Künstler beim Singer-Songwriter-Slam und und und... Ein Blick ins Programm lohnt sich.